Strukt möchte etwas Wichtiges mitteilen.

Strukt Portfolio: Arbeiten 2013

Visionair

Interface- und User Experience Design

Interaktive Datenvisualisierung für den Prozessablauf am Flughafen Wien

Der Flughafen Wien beauftragte uns eine Anwendung zu konzipieren und zu gestalten, die Abläufe am Flughafen interaktiv visualisiert. Das von uns ‘visionair’ getaufte System versorgt die Mitarbeiter auf mehreren Touch-Screens am Flughafengelände mit Echtzeit-Informationen.

Visionair Logo visionair interface

Der Flughafen Wien transportierte im Jahr 2011 21.106.292 Passagiere. Der dafür notwendige logistische Aufwand ist für viele unvorstellbar. Zur Erfassung und Analyse der Daten, die notwendig ist um Effizienz in allen Bereichen zu garantieren und zu steigern, sind über 300 Software-Applikationen, über 400 Server und über 700 Schnittstellen im Einsatz, die bisher über 70 TeraByte an Daten produziert haben. Die Anzahl der einzelnen Reports, die täglich zur Besprechungen anlassbezogen erstellt werden, ist sogar unberechenbar groß.

Airport Data Lists

 

Ein neuer “visionairer” Ansatz

Mit visionair soll auf Basis all dieser Instrumente ein verbessertes Situationsbewusstsein geschaffen werden. Dabei war es wichtig, komplexe Prozessdaten zu integrieren, den aktuellen Flughafenzustand analysierbar zu machen und bei kritischen Prozesszuständen als Anwender alarmiert zu werden.

Ein weiteres wichtiges Ziel von visionair ist es abteilungsübergreifend Flughafenwissen zu verknüpfen, und das mit Hilfe von einer  einfachen und intuitiven Benutzeroberfläche  und durch das Fokussieren auf  Kernprozesse des Flughafens zu erreichen. Dadurch soll eine Prozessverbesserung durch Situationsbewusstsein entstehen und auf simple und schnelle Art und Weise aussagekräftige Kennzahlen in Echtzeit dargestellt werden.

Wir konnten im Jahr 2009 mit einem in Flash programmierten Prototypen, der mittels PHP und MS-SQL mit Daten vom Flughafen Wien gespeist wurde, ein erfolgreiches Proof of Concept in Prototypenform präsentieren. Basierend auf dem Prototypen wurde dann im Anschluss die Programmierung im Service Bereich Informationssysteme des Wiener Flughafen in MS Silverlight übernommen. Strukt steuerte ab diesem Zeitpunkt Konzepte für User Experience und die Gestaltung des User Interfaces bei. Aus der ersten Prototypen-Anwendung entstanden bis ins Jahr 2012 drei Anwendungsszenarien, die eine Analyse des Flughafenprozesses in globaler, terminal-fokussierter und prozess-orientierter Sicht ermöglichte.

Airport View

Um die Kernprozesse des Flughafens darzustellen, wurden auf Basis der Flughafen Karte die Stati von Flugzeugen und Bodenfahrzeugen, sowie signifikante Zahlen wichtiger Gebäude in das Interface aufgenommen. In erster Linie war es wichtig, den Abfertigungsprozess der Flieger und die damit verbundenen Gewerke visuell zu interpretieren.

Airport View
  • Airport View Close Up 1
  • Airport View Close Up 2
  • Airport View Close Up 3

Als immer wiederkehrendes Informationselement haben wir die sogenannte “Info-Fahne” gestaltet. Sie funktioniert für alle Elemente und durch alle Anwendungsbereiche gleich. Verbunden mit dem “Connector”, einer dynamischen Linie zwischen Objekt und Infofahne, stellt dieses UI Element auf einem Blick alle relevanten Daten dar.

Airplane Info Banner

Für Flugzeuge zum Beispiel werden alle relevanten Abfertigungsschritte in drei verschiedenen Stati in Echtzeit angezeigt. Alle notwendigen Informationen zur Identifizierung sind ebenso zu sehen wie Warnhinweise bei auftretenden Verspätungen.

 

Terminal View

Für den Flughafen Wien sind aber nicht nur Prozesse am Vorfeld interessant, sondern auch die Geschehnisse in den einzelnen Terminals. Deshalb haben wir Darstellungsformen für Daten der Check-In-Schalter, Pass- und Sicherheitskontrollen, sowie der Gates entwickelt. Hierbei wurden auch zum ersten Mal projizierende Analyse-Tools integriert, sodass in visionair auch Prognosen für die kommenden Stunden an neuralgischen Punkten abzulesen sind.

Terminal View
  • Terminal View Close-Up
  • Terminal View Close-Up
  • Terminal View Close-Up
  • Terminal View Close-Up

Eine Herausforderung stellte hier die Aufrechterhaltung der einheitlichen Aufsicht auf den Flughafen dar, weil die Gebäudestruktur aus mehreren Ebenen besteht. Durch dezente Schattierungen und einem strikten System der Gate-Anordnungen konnte für die Anwender eine äußerst brauchbare Darstellung realisiert werden.

Terminal View - Gate Info Banner

Für die Terminal-Prozesse ist die Analyse der Gates ein wesentlicher Bestandteile. Die dazugehörige Info-Fahne wurde so konzipiert, dass rasch abzulesen ist, ob sich der Abflug einer Maschine durch z.B. noch nicht eingetroffene Transferpassagiere oder Staus an Sicherheitschecks verzögert.

 

CDM View

Losgelöst von gewohnten Aufsichten auf Teile des Flughafens wurde das Interface für den CDM (“Collaborative Decision Making”) View gestaltet. CDM ist ein international eingeführter Standard, der es ermöglicht, die Effizienz zwischen Flughäfen, und deshalb für den gesamten Flugverkehr, zu steigern. Dem CDM Prozess liegen 16 Meilensteine zugrunde, die Flughäfen helfen, Ressourcen vor Ort zu planen. Die Herausforderung im CDM Prozess ist, lineares Zeitdenken beiseite zu legen. Denn die Flugzeuge durchwandern die Meilensteine nicht zwingend chronologisch und sind für den Flughafen in mehrfacher zeitlicher Hinsicht relevant (vor dem Abflug am Startflughafen, vor der Landung, sowie am Boden am eigenen Flughafen). In allen drei Phasen können die Meilensteine Auswirkung auf Prozesse am Flughafen haben.

CDM View

Das Interface des CDM View besteht aus zwei “Now”-Zeitpunkten, da sowohl im Jetzt eine Landung wie auch ein Abflug unmittelbar passieren können. Flieger können, zum Beispiel bei kurzen Strecken und Turn-Around-Zeiten auch in beiden Bereichen, dem Anflug und Turn-Around, dargestellt sein. Die visuelle Flugzeuggruppierung im oberen Bereich ist dynamisch und passt sich der Menge der Flugzeuge an. Die Anordnung der Gruppen ist lose an der Weltkarte orientiert, sodass schnelles identifizieren der Herkünfte und Destinationen der Flugzeuge möglich ist.

  • CDM View Close-Up 1
  • CDM View Close-Up 2
  • CDM View Close-Up 3

Sind zu viele Flugzeuge für eine sinnvolle Darstellung in einer Gruppierung vorhanden, so gibt es die Möglichkeit, die Gruppe zu expandieren. Auch in dieser Ansicht gibt es für die einzelnen Flugzeuge die Info-Fahne, die Milestones und andere Informationen darstellt.

CDM View Filter

Die Filter des CDM Views sind gleichzeitig Schaltflächen zur Ausdünnung der Darstellung, spiegeln aber auch selbst mit Kreissegment-Diagrammen Informationen wieder.

 

Langzeitprojekt mit Langzeitwirkung

Der gesamte Projektverlauf für visionair betrug knapp drei Jahre. Strukt hat sich zuerst ein genaues Verständnis für die Flughafenprozesse aneignen müssen. Dabei waren intensive Workshops mit den Mitarbeitern des Servicebereich Informationssysteme des Flughafen Wiens notwendig. Über die gesamte Projektlaufzeit wurden verschiedene Ansätze erarbeitet und nur die relevantesten ausgearbeitet. Gleichzeitig konnten wir den SB-I bei kleineren Seitenprojekten mit den von uns ausgearbeiteten visuellen Tools behilflich sein. Grundlage dazu war eine ausführliche Icon-Library und ein verständliches Design-Manual.

visionair Style Guide Styleguide Detail

Screen Capture (Work in Progress)

Credits

  • Client Flughafen Wien SB-I
  • Client Project Manager Claudia Schrammel, Yuyun Yao
  • Project Manager Gregor Hofbauer
  • Creative Director Andreas Koller
  • Graphic Designers Christian Gross, Niko Knappe, Philipp Lehmann, Asaad El Salawi, Iris Wieder
  • Prototyping Robi Hammerle, Barbara Saga