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Strukt Portfolio: Interaktive Installationen

Vineum

Ein Museum mit Geschichten vom Wein

Konzept für eine Weinerlebniswelt in Südtirol

Die Gemeinde Eppan an der berühmten Südtiroler Weinstraße hat eine Ausschreibung veranstaltet um die besten Ideen für eine geplante Weinerlebniswelt zu sammeln. Der in der ersten Runde offene Wettbewerb lockte über 60 Teams aus Architekten und Ausstellungsgestaltern an, daraus wurden 10 Teams, darunter wir, ausgewählt um ein umfassendes architektonisches und museales Konzept zu erstellen. Zusammen mit den Architekten Forer, Unterpertinger und Mayr sowie dem Wiener Austellungsgestalter Christian Rapp wurde eine Grundidee gefunden, die wir innerhalb von drei Wochen im Dezember 2013 ausgearbeitet haben.


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Das Ergebnis des Wettbewerbes wurde im Februar 2014 bekannt gegeben, unser Konzept schaffte es auf den 2. Platz, der mit 16.500€ dotiert war. Besonders gefreut haben wir uns darüber, dass wir für die Ausstellungsgestaltung 36 von 40 möglichen Punkten bekommen haben, die höchste Punktezahl unter allen eingereichten Projekten.

Die Jury hat unser Konzept gelobt:


„Die Besucher werden so in die Geschichte involviert und zum Wiederkommen animiert. Die Umsetzung des virtuellen Leitsystems, mit dem die Besucher individuell durch die Keller begleitet werden ist technisch umsetzbar, aber aufwendig, und funktioniert sowohl für Gruppen als auch für Einzelpersonen. Die Inszenierungen sind teils von hoher Qualität und spannend umgesetzt.“

Neben einem Neubau, der vor allem als Eingangs- und Shopbereich, sowie für die Verwaltung genutzt werden soll, stehen die alten Weinkeller im Zentrum der Aufmerksamkeit. Unser Konzept sieht vor, die bestehenden, sehr atmosphärischen Kellergewölbe so originalgetreu wie möglich zu restaurieren und anschließend mit interaktiven Exponaten, Schaukästen und thematisch passenden Mobiliar zu bestücken.

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Durch den weitläufigen und sehr linearen Aufbau der Kellerwelten war die Besucherführung und die Vermeidung von Menschentrauben ein zentrales Problem bei der Konzeptentwicklung. Die Notwendigkeit, alle Besucher zweimal durch die Keller zu führen, da sowohl der Eingang als auch der Ausgang im Hauptgebäude realisiert werden musste, war eine besondere Herausforderung. Unsere Idee war es, mehrere mögliche Routen zu definieren und diese unterschiedlichen Besuchern zuzuweisen, dies passiert über eine interaktive Geschichte.

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Der Besucher wird selbst Teil der Handlung und auf dem Weg durch die Kellerwelt werden Rätsel gelöst, Mysterien entdeckt und den Geheimnissen der Weinherstellung auf den Grund gegangen.
Die Weinkellerwelt wird so zu einem Ort, an dem Geschichten erzählt werden. Erzählungen, die sich immer wieder ändern, die sich rund um den Wein und um die Menschen, die ihn herstellen und ihn trinken, ranken. Diese Geschichten werden mit regionalen, nationalen und internationalen Autoren erarbeitet und verändern sich mehrmals pro Jahr. Die Geschichten können in der Vergangenheit, Gegenwart oder sogar in der Zukunft spielen, drehen sich aber alle um das Faszinosum Wein. Es können Kriminal- oder Abenteuergeschichten sein, biographische oder dokumentarische Erzählungen.

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Um Beschilderungen in den Kellerwelten so dezent wie möglich zu halten werden die Besucher mit einem iPod Touch durch die Räume geführt. Darauf ist eine speziell für das Vineum konzipierte und programmierte Software installiert. Diese App enthält alle relevanten Informationen um sich im Vineum orientieren zu können. Über ein Ortungssystem “weiß” der Guide stets in welchem Raum sich ein Besucher befindet. Eine Erzählerstimme kann beim Betreten eines Raumes einführende Worte sprechen – nähert sich der Besucher einem Exponat wird dies erkannt und Informationen vermittelt.
Die Exponatideen entstanden auf Grund der Raumsituation oder basieren auf einer dramaturgischen Wendung der Geschichte. Oben finden sich einige ausgewählte Skizzen und Renderings zu den von uns entwickelten Exponaten, diese sind im Konzeptdokument ausführlich beschrieben.

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Auf der Reise durch die Weinerlebniswelt lernen die Besucher spielerisch vieles über das Dorf Girlan und seine Kellerwelten, die Weinkultur und die eindrucksvolle Rolle, die der Wein in der Weltgeschichte gespielt hat. Ein Ausflug von dem gern erzählt wird und jeder Besucher beim Verlassen des Vineums neugierig darauf ist, was ihn das nächste Mal erwartet!

Neben dem musealen Konzept haben wir auch einen Logoentwurf erstellt und grundlegende Designrichtlinien definiert. Darauf bauen sowohl das Vineum-Ausstellungskonzept als auch die drei abgegebenen A0-Plakate auf.

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Credits

  • Creative Director Thomas Hitthaler
  • Art Director Iris Wieder
  • Designer Philipp Lehmann, Giulia Marocchino, Stefan Kernjak
  • Architekten Forer, Unterpertinger und Mayr
  • Texte Christian Rapp